Ahrenshoop und seine Ortsteile Althagen und Nienhagen bilden eigentlich nur ein kleines Dorf in unserem Verständnis, trotzdem ist touristisch hier
die Hölle los. Einmal ist das natürlich diese einmalige geografische Lage, die diese Halbinsel hier zwischen Ostsee und Bodden bildet, zum anderen
ist Ahrenshoop schon seit Ende des 19. Jahrhunderts eine Anlaufstelle für Künstler aller Art. Zunächst gründete hier eine Gruppe Maler und Bildhauer
eine Art Kommune, das hält sich offenbar bis heute, der Wiki-Peter weiß eine Menge Namen zu berichten, die schon mal da geurlaubt oder sogar gelebt
haben. Das ist heute immer noch so, es gibt eine Menge Geschäfte und Galerien von Künstlern, die vielleicht mal berühmt werden. Oder
vielleicht auch schon berühmt sind, da fehlt mir die Szenekenntnis. Jedenfalls treibt sich hier ein wenig anderes Volk herum, als in den anderen
Ostsee-Urlaubs-Hochburgen und es fehlen auch die üblichen Geschäfte, hier gibt es nämlich anstelle von Krims-Krams eher Kunst-Krempel.

Einer
dieser Läden existiert schon seit 1922, die “Bunte Stube”. Dort tummeln wir uns auch einige Zeit drin, da gibt es einfach alles, Bilder, Schmuck,
Bücher und wasweißichwas. Unglaublich, wie viel Zeugs man auf ein paar Quadratmeter unterbringen kann. Am Nachmittag haben wir ein anderes
Date, wir machen einen Segeltörn auf einem alten Fischerboot, einem Zeesboot. Mit diesen Booten wurde auf besondere Weise gefischt, man befestigte
an Verlängerungen über Bug und Heck hinaus ein Schleppnetz und ließ das Boot vom Wind quer treiben. Das funktionierte deshalb, weil der Bootrumpf
sehr flach ist und das Schwert (das Ding, was normalerweise unten am Rumpf rausschaut und so eine Nussschale stabilisiert) nach oben rausklappen
kann. Das lassen wir aber heute, wo es hingehört, die Boote werden nämlich nur noch zur privaten Belustigung oder zur Beglückung von Touristen
wie uns eingesetzt. Der Tag heute ist ziemlich trüb, wie sich gestern Abend schon ankündigte, es ist nicht kalt, aber es weht ein flottes Windchen.
Das bringt das Böötchen sehr flott in Fahrt und erspart dem Skipper häufige Sportübungen an seinen Segeln. Einmal eingestellt, flitzt der Kahn
übers Wasser und während einer der Jungs das Ruder in der Hand hält, gesellt sich der Skipper zu uns und plaudert lustig und unterhaltsam mit
uns. So erfahren wir unterwegs eine Menge über Geographie und Geschichte der Halbinsel, über das Leben auf derselben und über die Fischerei, über
aktuelle Probleme und wer gerade wo welche Immobilien und Grundstücke zusammenkauft.
Nachdem wir wohlbehalten, wenn auch nass zurückgekehrt sind, machen wir noch einen schönen Strandspaziergang und besuchen das wohl
bekannteste Ahrenshooper Foto-Motiv, das Hohe Ufer mit seinen “Windflüchtern”, das sind vom Wind geformte Bäume. Dort gibt es auch ein schnuckeliges
Wirtshaus, in dem es heute mal Fisch gibt. Zur Abwechslung…